Nach längerer Pause fand im Lehrgarten in Entringen wieder ein Veredlungskurs statt. Die Vorbereitungen starteten bereits im letzten Jahr. Während der Saftruhe wurden verschiedene einjährige Edelreiser von Kirsch-, Apfel- und Birnbäumen geschnitten. Doch wie und wo lagern? Dunkel, maus- und frostsicher bei möglichst konstanter Temperatur zwischen 0-5 °C außerdem nicht zu feucht, aber auch nicht zu trocken. Die Lagerung erfolgte zweigleisig in einem Gewölbekeller und in einer geschützten Erdmiete bis zum heutigen Veredelungstermin.
Aufgrund der warmen Temperaturen im März war beides nicht ideal. Die Kirschenreiser öffneten bereits ihre Knospen. Lediglich die Reiser der Birn- und Apfelsorten waren noch einsatzfähig. Schade, so stand fest, dass die Veredlung am blühenden Kirschbaum heute bei strahlender Sonne nicht funktionieren wird. Ein Teilnehmer regte die Lagerung im Gemüsefach des Kühlschranks an. Angesichts des Klimawandels vielleicht die Methode der Zukunft.
Interessant und sehr lehrreich war der Kurs trotzdem. Jörg Holz hatte viel Anschauungsmaterial dabei. Zeigte zahlreiche Veredlungsstellen von vor Jahrzehnten veredelten Bäumen, die nun abgängig waren. Sehr interessant, wie der Baum diese Wunden heilt und wie das Edelreis Jahr um Jahr wächst.
Die unterschiedlichen Methoden wurden vorgestellt. Die Kopulation findet vor Vegetationsbeginn (Februar–März) statt. Dabei wird Reis und Unterlage mit gleich langen, schrägen Schnitten (ca. 3-4 cm) passgenau aufeinandergelegt, sodass sich das Kambium verbindet. Für die straffe Fixierung wurde Bast verwendet, der tagszuvor kurz eingeweicht war. Anschließend die Wunde mit Baumwachs verstreichen.
Jetzt im Frühjahr, wenn sich die Rinde leicht anheben lässt ist die ideale Zeit für die Rindenpfropfung. Diese Methode ermöglicht es dickere Äste, ideal sind 4 bis 7 cm zu veredeln. Nach dem absägen sollte der obere Teil der Rinde der Pfropfköpfe mit einem scharfen Messer nachgeschnitten werden. Nun die Rinde ca. 4 cm bis zum Holz einschneiden und auf einer Seite anheben. Das Edelreis mit einem scharfen Messer schräg anschneiden und einen zweiten Schnitt so setzen, dass das Kambium der nicht angehobenen Rinde Kontakt zur Schnittfläche hat. Am besten die Schnittführung mal vorab an den abgesägten Ästen üben! Auch hier Edelreis und Unterlagen mit Bast umwickeln. Jörg Holz empfiehlt das Wickeln über die gelöste Rinde hin zur festen Seite, um die Verbindung zum Kambium möglichst luftdicht anzudrücken. Auch hier alles mit Baumwachs versiegeln und dabei das Edelreis nicht vergessen. Nach ein paar Tagen kontrollieren, ob z.B. nach Sonneneinstrahlung der Wundverschluss noch dicht ist.
Und nicht vergessen, den veredelten Baum mit einer Vogelsitzstange, die deutlich über die Veredlungsstelle ragt schützen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Edelreiser durch Vögel abgeknickt werden.
Es gab noch viele weitere Tipps zur Hygiene und zum Werkzeug. Auch der Austausch und die Erfahrungen der Teilnehmenden flossen in den gelungenen Kurs ein. Wer nun motiviert wurde und selbst Hand anlegen wollte, konnte Edelreiser von Apfel- und Birnbaum mitnehmen.
Veredeln von Obstgehölzen
Die Obst und Gartenfreunde veranstalten am Samstag, den 11. April 2026 um 14.00 Uhr einen Veredelungskurs mit praktischer Vorführung.
Wir zeigen an einer Kirsche wie man ‚hinter der Rinde‘ veredelt.
Auf was muss geachtet werden? Was ist wichtig?
Treffpunkt: Lehrgarten des OGF Ammerbuch
Der Kurs ist kostenlos um Spenden wird gebeten; Anmeldung ist nicht erforderlich.
Altbaumschnitt im Lehrgarten mit Peter Mast
Altbaumschnittkurs im Lehrgarten – Peter Mast zeigt den Erhaltungsschnitt
Am vergangenen Samstag, den 21. Februar 2026 fand im Lehrgarten der Obst- und Gartenfreunde Ammerbuch ein weiterer Altbaumschnittkurs unter fachmännischer Leitung von Peter Mast statt. Trotz des tristen Regenwetters versammelten sich rund 30 interessierte und neugierige Gütlesbesitzerinnen und -besitzer aller Altersstufen, die sich für die Pflege von alten Obstbäumen einsetzen.
Nach der Begrüßung durch Regina Gebert begann der Kurs mit einer kurzen Einführung in die Unterschiede des Schnittzeitpunkts. Welche Vorteile hat der Winterschnitt und was spricht für einen Sommerschnitt. An einem Apfelbaum demonstrierte Peter Mast anschaulich die Schnitttechnik und erklärte, wie sich ältere Bäume durch gezielte Eingriffe vital halten lassen. Es entstand ein spannender Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmenden, die viele Fragen zum idealen Werkzeug, zur Wüchsigkeit und zur Effizienz von Schnittmaßnahmen stellten. Auch die Baumgesundheit wurde angesprochen.
Zum Aufwärmen konnte, wer wollte den Nachmittag in der beheizten Hütte ausklingen lassen und in gemütlicher Runde die gewonnenen Erkenntnisse vertiefen oder weitere Fragen zum Obstbaumschnitt diskutieren.
Der Kurs zeigte Streuobstliebhaber sind wetterfest und auch bei Regenwetter bereit 2 Stunden zuzuhören und sich zu beteiligen. Ein besonderer Dank geht an Peter Mast, der es auch dieses Mal wieder verstand die Teilnehmenden mitzunehmen und einzubeziehen.
Antje Müller
Workshop Gemmotherapie

Winterschnittkurs Altbaum
am Samstag, den 21.2.2026 um 14.00 Uhr im Lehrgarten
mit Peter Mast.
Der Kurs ist kostenlos um Spenden wird gebeten.
Sommerschnittkurs 15.08.25
Sommerschnittkurs am 15. August 2025 im Lehrgarten
Warum bei hochsommerlichen Temperaturen, wenn andere Urlaub machen, Obstbäume schneiden? Diese und viele andere Fragen erläuterte Obstbauberater Joachim Löckelt vom Tübinger Landratsamt am vergangenen Freitag im Lehrgarten in Entringen.
Der Sommerschnitt bewirkt richtig angewendet, eine Beruhigung des Baumes. Die Kraft aus den Zweigen und Blättern, die abgeschnitten werden, kann der Baum im Herbst nicht einlagern und hat somit weniger Triebkraft im nächsten Jahr. Ein Sommerschnitt, bei dem nur ca. 10 % der dünneren Äste entfernt werden dürfen, ersetzt jedoch nicht den Winterschnitt. So die Theorie mit vielen Ausnahmen, wie die 45 Interessierten lernten. Geduldig erläuterte Herr Löckelt, was der Unterschied zum sogenannten Juni-Riss ist, was ein einjähriger Langtrieb ist, wie man ableitet und warum man auf eine Rosette zurückschneidet.
Auch die Baumgesundheit war ein spannendes Thema. Durch Bakterien verursacht wird z.B. die Apfeltriebsucht. Die buschigen, kleinblättrigen Triebspitzen sind gut zuerkennen und müssen entfernt werden, da saugende Insekten das Bakterium auf weitere Bäume übertragen. Befallene Bäume sind ertrags- und wuchsschwach und neigen zur Kleinfruchtigkeit.
Abgestorbene Triebe mit braunen Blättern, welche Krankheit könnte das sein? Der gefährliche Feuerbrand befällt vornehmlich Kernobstgehölze. Am Beispiel eines Quittenbaums zeigte er die gekrümmten, braunen Triebe. Ein vorsichtiges Abschaben der Rinde am grünen Holz bringt Klarheit. Wird die Stelle schnell braun, ist das gefährliche Bakterium schon weiter geflossen und bringt den Baum langsam zum Sterben.
Dürre Spitzen verursacht auch Monilia, eine Pilzkrankheit, die Kern- und Steinobst befällt. An faulen, vertrockneten Früchten mit weißen Punkten leicht zu erkennen. Aber was ist der Unterschied an der verdorrten Triebspitze. Schabt man die Rinde am gesunden Zweig ab, bleibt das Holz frisch und verfärbt sich nicht. Merkspruch: Gegen Monilia bildet der Baum eine Mauer, trotzdem ist das Zurückscheiden auf das gesunde Holz erforderlich. Das Feuerbrandbakterium fließt und infiziert schnell.
Nach dem Entfernen befallener Zweige und Äste sollte das Werkzeuge desinfiziert werden, um eine Übertragung auf weitere Bäume zu verhindern. Empfehlenswert ist eine 70 %-ige Alkohol-Lösung.
Oh weh! Im Lehrgarten wurde ein brechend voller Apfelbaum entdeckt. Zwei Leitäste bogen sich unter der Last weit nach unten. Joachim Löckelt erläutert, dass vor allem bei Hitze und Wassermangel ein Abbrechen droht. Das Gerüst des Baumes ist dann kaputt und der Baum kaum noch zu retten. Aber was tun? Stützen oder Äpfel, die schön gewachsen sind, aber noch 2 Monate bis zur Erntereife benötigen, entfernen? Joachim Löckelt kürzt beherzt die schweren, weit ausladenden Äste ein und rät den Ast trotzdem noch zu stützen. Nach der Ernte ist an diesem Baum ein weiterer Rückschnitt der Leitäste erforderlich.
Nach über 2 Stunden lehrreichem und kurzweiligem Vortrag mit einem interessierten Publikum bedankte sich Regina Gebert im Namen der Obst- und Gartenfreunde herzlich bei Joachim Löckelt. Vielleicht gibt es eine Fortsetzung im nächsten Jahr….
Sommerschnittkurs im Lehrgarten
Sommerschnittkurs am Freitag, den 15.8.25 um 16.30 Uhr mit Joachim Löckelt.
Warum ein Sommerschnitt? Wie kann ein stark wüchsiger Baum beruhigt werden? Wie lässt sich Monilia/Feuerbrand durch einen richtigen Sommerschnitt eindämmen?
Diese Fragen beantwortet Joachim Löckelt, Kreisobstbaumberater des Landratsamtes Tübingen, am Freitag, den 15.8.25 ab 16.30 Uhr.
Der Kurs findet im Lehrgarten in Entringen statt.
Die Veranstaltung ist ohne Anmeldung und kostenfrei – um Spenden wird gebeten.
Hauptversammlung am 13.6.2025 um 16.00 Uhr im Lehrgarten
Obst- und Gartenfreunde e.V. Ammerbuch
Liebe Mitglieder, Ammerbuch, den 25.5.2025
wir laden Euch herzlich zur Jahreshauptversammlung ein!
Im Anschluss an die Versammlung wollen wir den Nachmittag bei Grillwurst mit Salaten und Getränken ausklingen lassen.
Folgender Ablauf ist vorgesehen:
Tagesordnung
- Begrüßung durch die 1. Vorsitzende
- Gedenken der verstorbenen Mitglieder
- Bericht der Schriftführerin und des 2. Vorsitzenden
- Ausblick auf 2026
- Bericht Kassier
- Bericht Kassenprüfer
- Entlastungen
- Neuwahlen der gesamten Vorstandschaft
- Verschiedenes
Anträge zur Tagesordnung sind bis einschließlich 11.6.25 bei der 1. Vorsitzenden, Regina Gebert, Sommergasse 6, 72119 Ammerbuch-Reusten, schriftlich einzureichen.
Wir freuen uns auf Euer Kommen!
Gäste und Partner sind herzlich willkommen!
In Vertretung für den OGF
Schriftführerin Regina Gebert
Terra-Preta-Vorführung

Altbaumschnittkurs im Lehrgarten – Peter Mast zeigt den Erhaltungsschnitt
Am vergangenen Samstag, 8. Februar 2025 fand im Lehrgarten der Obst- und Gartenfreunde
Ammerbuch ein informativer Altbaumschnittkurs unter fachmännischer Leitung von Peter Mast statt.
Bei strahlender Wintersonne versammelten sich rund 30 Teilnehmende aller Altersstufen – darunter
erfreulicherweise auch junge Familien, die sich für den Erhalt von Streuobstwiesen interessieren.
Nach der Begrüßung durch Jörg Müller, 2. Vorsitzender begann der Kurs um 14 Uhr mit einer
Einführung in die Grundlagen des Oeschberg-Schnitts. An einem Obstbaum mit abgebrochenem
Leitast demonstrierte Peter Mast anschaulich die Schnitttechnik und erklärte, wie sich ältere Bäume
durch gezielte Eingriffe vital halten lassen. Die angeregte Fragerunde zeigte das große Interesse der
Teilnehmenden, die eifrig über Baumgesundheit, Wuchsformen und praktische Schnittmaßnahmen
diskutierten. Auch eine Mistel, ein Halbschmarotzer, der die Obstbäume schädigt, wurde entdeckt
und entfernt.
Den gelungenen Nachmittag ließ die Gruppe in der beheizten Hütte bei einer kleinen Stärkung
ausklingen. In gemütlicher Runde wurden die gewonnenen Erkenntnisse vertieft und weitere Fragen
zum Obstbaumschnitt erörtert.
Ein gelungener, lehrreicher Kurs, der die Bedeutung der Pflege alter Obstbäume eindrucksvoll
verdeutlichte!